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Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel: Wie skeptisch sind die Konsumenten wirklich?

Die Schweizer Bevölkerung ist gegenüber gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln negativ eingestellt. Darauf weisen zahlreiche Umfragen und das Moratorium von 2005 hin. Doch wirkt sich diese negative Einstellung auch auf das Kaufverhalten aus? Und kommt es dabei darauf an, wer die Lebensmittel verkauft und zu welchem Preis?

Hintergrund

In bisherigen Umfragen zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung zu gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln mussten die Befragten jeweils angeben, wie sie solche Nahrungsmittel einschätzen oder wie viel sie dafür zu bezahlen bereit wären. Dabei kommen die gentechnisch veränderten Nahrungsmittel nicht gut weg. Doch würden sie, wenn sie im Angebot wären, wirklich von so wenigen Leuten gekauft? Diese Frage wurde in der Schweiz bisher noch nicht untersucht, weil kaum gentechnisch veränderte Nahrungsmittel erhältlich sind.

Ziele

In einem verdeckten Experiment soll untersucht werden, ob und wie stark sich bei gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln die geäusserten Kaufabsichten vom tatsächlichen Kaufverhalten unterscheiden. Zudem soll erforscht werden, ob das Kaufverhalten auch dadurch beeinflusst wird, wer die Nahrungsmittel verkauft und zu welchem Preis.

Methoden

In Basel, Bern, Lausanne und Zürich werden während einiger Wochen an Marktständen drei Arten von hausgemachtem Brot angeboten – aus biologischem, normalem oder gentechnisch verändertem Maismehl. Letzteres stammt entweder aus Deutschland oder den USA und ist vom Bundesamt für Gesundheit für die Schweiz offiziell zugelassen. In einer ersten Runde werden die Preise pro Brot variiert, dann wirken in einer zweiten Runde abwechslungsweise Vertreter einer agrochemischen Firma, lokale Bauern oder eine Schulklasse als Verkäufer. Erhoben wird, wie viele Brote der verschiedenen Maissorten gekauft werden und welche Faktoren zum jeweiligen Kaufentscheid geführt haben.

Bedeutung

Dies wird die erste Studie in der Schweiz sein, die experimentell untersucht, ob und wie stark die Unterschiede sind zwischen dem, was Konsumenten über gentechnisch veränderte Nahrungsmittel sagen, und ihrem offenbarten Kaufverhalten. Über dieses Verhalten – also die offenbarten Präferenzen der Schweizer Bevölkerung – werden somit erstmals Zahlen vorliegen. Dies kann zu einer besser informierten öffentlichen Debatte beitragen.

Projekttitel: Offenbarte Präferenzen von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln in Direktmarketing-Experimenten in der Schweiz: Spielt es eine, Rolle wer sie verkauft? Betrag: CHF 325 342.– Dauer: 36 Monate

Philipp Aerni
World Trade Institute
Universität Bern
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philipp.aerni@wti.org
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