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Gibt es eine gesellschaftlich akzeptable gentechnisch veränderte Pflanze? - abgeschlossen

Projekttitel: Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen für die Schweiz: Entwicklung und Herstellung einer GV-Pflanze, die den Bedenken und Bedürfnissen der Schweiz Rechnung trägt.

Betrag: CHF 359 854.–
Dauer: 36 Monate

Zusammenfassung der Resultate (pdf)

Projektbeschrieb

Der Widerstand gegen gentechnisch veränderte Pflanzen ist in der Schweiz gross. In diesem Projekt möchten Forscher eine gentechnisch veränderte Pflanze entwickeln, die den Bedenken Rechnung trägt.

Hintergrund

Die Bedenken richten sich vor allem gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen im Lebensmittelbereich. Weit mehr Akzeptanz findet die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen für medizinische Zwecke, wie man aus europäischen Untersuchungen weiss.

Ziele

Ausgehend von der Annahme, dass die europäischen Erkenntnisse auf die Schweiz übertragbar sein könnten, führen Forscher an der Universität Neuenburg (Felix Kessler) ein spezielles gentechnologisches Experiment durch. Dabei soll eine Modellpflanze entwickelt werden, die den Vorbehalten und Bedenken, die in der Gesellschaft gegen gentechnisch veränderte Pflanzen bestehen, Rechnung trägt.

Methoden

Die zu entwickelnde Modellpflanze beinhaltet folgende Eigenschaften, die zur deren Akzeptanz beitragen könnten: ihr gentechnisch verändertes Erbgut kann sich weder via Pollen verbreiten noch in die Nahrungsmittelkette gelangen. In einem bestimmten Organ (Chloroplasten) der Tabakpflanze sollen Proteine mit potenziell hohem medizinischem Nutzen für eine Impfstoffentwicklung gegen Hepatitis C hergestellt werden. Die Proteine werden in den Chloroplasten nicht nur in grosser Menge produziert, sondern sie sind auch effizient daraus zu gewinnen. Darüber hinaus rechtfertigt die zu erwartende, hohe Wertschöpfung solcher Tabakpflanzen deren Kultivierung in sicheren Gewächshäusern.

Bedeutung

In Zukunft sollen neue gentechnisch veränderte Pflanzen den Bedenken und Vorbehalten aber auch den Bedürfnissen der Schweizer Bevölkerung besser angepasst werden.

Prof. Dr. Felix Kessler
Institut de Biologie
Université de Neuchâtel
Rue Emile Argand 11
2009 Neuchâtel
032 718 22 92
felix.kessler@unine.ch
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