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Das Cis im Apfelgenom - abgeschlossen

Projekttitel: Gentechnisch veränderte Äpfel, die mit nur apfeleigener DNA gegen Apfelschorf resistent sind

Betrag: CHF 414 588.–
Dauer: 44 Monate

Zusammenfassung der Resultate (pdf)

Projektbeschrieb

Äpfel in Monokulturen sind anfällig für Pilzkrankheiten, darum werden die Kulturen in der Regel mit Fungiziden behandelt. Mittels gentechnischer Methoden könnten die Äpfel gegen Pilzbefall resistent gemacht werden. Doch sind transgene Lebensmittel umstritten. Ein möglicher Ausweg könnte das Cisgen sein.

Hintergrund

Mit herkömmlichen Zuchtmethoden ist es zwar gelungen, neue, gegen Schorf resistente Apfelsorten zu züchten. Aber die traditionellen Sorten blieben anfällig. Darum wurde mittels gentechnischer Methoden in die Sorte Gala ein Resistenzgen gegen den Apfelschorf eingebaut. Das Gen stammt von einem Wildapfel und ist mit jenem identisch, welches mit den herkömmlichen Zuchtmethoden die neuen Apfelsorten resistent macht. Diese genveränderten Gala sind im Gewächshaus resistent gegen Schorf. Aber sie enthalten auch etliches fremdes Genmaterial, das ihnen aus technischen Gründen eingebaut werden musste. Darum sind diese Äpfel auf dem Markt unerwünscht.

Ziele

Dieses Projekt will Apfelbäume gentechnisch so verändern, dass sie gegen Apfelschorf resistent sind und im Endprodukt, dem Apfel, ausschliesslich apfeleigene Gene enthalten. Die für den Gentransfer und die Selektion der veränderten Gene notwendigen Antibiotikaresistenzen sollen nachträglich eliminiert werden. Die Forscher nennen diese Äpfel cisgen. Es soll auch geprüft werden, ob die Genveränderung die Qualität der Apfelbäume beeinträchtigt.

Methoden

Die zu erarbeitende Methode erlaubt, die für den Gentransfer nötigen, fremden Gene nach erfolgreichem Gentransfer wieder zu entfernen. Im Gewächshaus wird untersucht, welche Auswirkungen die so erzielte Pilzresistenz auf die Apfelbäume hat: zum Beispiel, ob sie auch gegen Feuerbrand wirkt und ob sie allenfalls die Qualität der Früchte beeinflusst. Weiter soll in Umfragen die Akzeptanz solcher cisgener Äpfel bei den Produzenten und Konsumenten abgeschätzt werden.

Bedeutung

Transgene Pflanzen gelten in der Öffentlichkeit als umwelt- und gesundheitsschädlich, weil sie artfremdes Genmaterial enthalten. Cisgene Pflanzen hingegen enthalten nur Gene, die schon im Apfel vorhanden sind. Somit bleibt der Gala-Apfel ein Gala. Diese neue Art der genetischen Veränderung eliminiert viele Probleme, deretwegen transgene Pflanzen in der Kritik stehen, und könnte somit die Akzeptanz gentechnisch veränderter Pflanzen erhöhen.

Prof. Dr. Cesare Gessler
Institut für Integrative Biologie
ETH Zürich
Universitätstrasse 2
8092 Zürich
044 632 38 71
cesare.gessler@agrl.ethz.ch
vcard

Links

Bioäpfel aus dem Genlabor
Beitrag über das Projekt in der ZDF-Sendung "Abenteuer Wissen" vom 11. August 2010.

Dokumente

  Poster Kick-off-Meeting
  Das hohe Cis im Apfelbaum
Artikel Horizonte Juni 2008
  Comparison between volatile emissions from transgenic apples and from two representative classically bred apple cultivars
Wissenschaftliches Paper. Nur in Englisch verfügbar.